Ein Denkmal in Cadenberge

für alle auf der Flucht gestorbenen Menschen  ======================================================

 

 

Wir, die Bürgerinitiative ´Cadenbergehilft` planen zusammen mit der ev. Kirchengemeinde Cadenberge die Errichtung eines Denkmals für die vielen Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen ihre Heimat verlassen mussten und hierbei zu Tode gekommen sind.

Zu diesen fürchterlichen Schicksalen gehören sowohl die Menschen, die als Folge der Kriegswirren des 2. Weltkrieges, wie auch die vielen Flüchtlinge die in unserer Zeit auf der Flucht vor Krieg, Hunger, Verfolgung, oder anderen Anlässen gestorben sind. Natürlich auch die Bootsflüchtlinge, die auf der Überfahrt im Mittelmeer ertrunken sind.

Der Kirchenvorstand der ev. Kirchengemeinde Cadenberge gab inzwischen einstimmig grünes Licht für die Errichtung des Denkmals auf dem Kirchengrundstück in Cadenberge. Hier wird das Denkmal neben den vorhandenen Denkmälern für die Verstorbenen des 1. und des 2. Weltkrieges errichtet. 

 

 

 

 

 

In der Nähe dieses Gedenksteines wird das neue Denkmal entstehen.

Wir haben zusammen mit dem Bildenden Künstler und Kunstpädagogen Michael Bungard aus Oberndorf inzwischen eine konkrete Vorstellung entwickelt. Zusammen mit Schülern der Oberschule Cadenberge wird ein Objekt erstellt, das aus einem aus Grabsteinstücken bestehenden Mosaik herausragen wird. Eine Lehrerin der Schule Am Dobrock in Cadenberge organisiert die notwendigen Termine im Rahmen einer AG. Das Schulprojekt hat bereits mit Beginn des neuen Schuljahres begonnen.

 

 

Bevor wir mit der Planung des Denkmals begonnen haben, sind Flüchtlinge aus unterschiedlichen Herkunftsländern durch mich befragt worden, wie sie zu der Errichtung eines solchen Denkmals stehen. Es gab nur positive Rückmeldung; einige Flüchtlinge haben spontan ihre persönliche Unterstützung auch durch direkte Beteiligung zugesagt.

Die Bodenarbeiten sollen Anfang März beginnen. Wir rechnen mit der Fertigstellung des Denkmals für April/Mai 2019.

Die Einweihung wird im Rahmen eines Gottesdienstes erfolgen.

 

Hierzu werden natürlich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinden und auch diverse Repräsentanten unserer Gemeinde, Samtgemeinde, des Landkreises und anderer Institutionen eingeladen. U.a. haben bereits ein Vertreter des Landkreises und die Organisation (NGO) ´SeaWatch`  ihr Erscheinen zugesagt.

Vielleicht haben Sie Zeit und möchten uns bei der Errichtung des Denkmals unterstützen?

Wir können unterschiedlichste Hilfe gebrauchen.

 

                            Wir benötigen:

  •  Hilfe beim Bodenaushub für die Bodenplatte
  •  Hilfe durch Maurer bei der Erstellung der Betonbodenplatte
    •   Betonmischer und weiteres Handwerkszeug
  •  Unterstützung beim Transport der Grabsteinstücken
    •  Manpower
    •  Autoanhänger

Wenn Sie hierbei handwerklich dabei sein möchten/können, so melden Sie sich bitte jetzt schon per Email unter:

cadenbergehilft@gmail.com

Natürlich kosten die Materialien, die Arbeiten des Künstlers und weitere Dinge Geld. Daher sind wir für jede noch so kleine finanzielle Hilfe sehr dankbar.

Wenn Sie etwas spenden möchten, so überweisen Sie bitte Ihren Beitrag auf das folgende Konto:

Kirchengemeinde Cadenberge, IBAN: DE06292500000110011422 bei der Elbe-Weser-Sparkasse.

Bitte vermerken Sie als Verwendungszweck – Denkmal 8000103. 

Eine Spendenbescheinigung für Ihre Steuern benötigen Sie ab € 200,00. Diese senden wir Ihnen dann gern auf Wunsch zu.      Sie möchten noch mehr zum Thema Denkmal und die Fluchtthematik lesen?

Bitte hier klicken  und dann etwas nach unten scrollen

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Der Hirnkostverlag aus Berlin hat das Buch

- Todesursache: Flucht -

2. Auflage, Juni 2019

herausgegeben.

 

In diesem Buch sind alle belegten Fälle der Menschen verzeichnet, die in den letzten 26 Jahren auf der Flucht nach und in Europa ums Leben gekommen sind.

 

Die dokumentierten Fälle basieren aus dem Verzeichnis des europäischen Netzwerkes ´United for Intercultural Action`in Amsterdam.

 

Mit diesem Buch wird  an beispielhaften Namen und in kurzen Porträtgeschichten von einigen Menschen versucht, diese dem Vergessen zu entreißen und das Ausmaß dieser Tragödie unserer Zeit besser zu fassen zu bekommen - und der Debatte um Flucht und Tod wieder ein menschliches Antlitz zu geben.

 

Die mehr als 300 Buchseiten umfassende Liste wird außerdem um Berichte von Überlebenden und Beiträgen von Heribert Prantl, Rolf Gössner, Heinrich Bedford-Strohm, u.a. ergänzt.

 

Das Buch kann für €10,00 direkt beim Verlag https://shop.hirnkost.de/ , in jeder Buchhandlung 

 

oder für € 10,00  im Kirchenbüro der Kirchengemeinde Cadenberge, Claus-Meyn-Str. 2a erworben werden.

 

 

Hier sehen Sie einen Sonderdruck der ´taz´ zum Thema- klick mich-.

 

 

Einige Zitate aus dem Buch

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Die Menschenrechte gelten überall. Und sie erfordern überall unseren Einsatz. Mitmenschlichkeit kennt keine Nationalität, sie kennt keine geographischen Grenzen.

 

Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der ­Evangelischen Kirche in Deutschland

 

Seit Jahren, seit Jahrzehnten gibt es auf EU-Konferenzen die ewig gleichen, tumben Vorschläge zur Flüchtlingspolitik: Bekämpfung der Schleuserbanden, besserer Schutz der EU-Außengrenzen, ­Rückführungspolitik. Die Abwehr von Flüchtlingen soll also perfektioniert­ werden. Europas Politiker waschen bei alledem ihre Hände in Unschuld – sie waschen ihre Hände in dem Wasser, in dem die Flüchtlinge ertrinken.

 

Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung

 

Menschenrechte sind unteilbar, egal woher wir kommen, an wen oder was wir glauben oder wen wir lieben. Wir dürfen nicht mehr stillschweigend erdulden, was Geflüchteten und anderen, die Hass und Hetze ausgesetzt sind, widerfährt. Wir müssen lauter werden, zusammenstehen, solidarisch sein und die unantastbare Würde eines jeden Menschen verteidigen­. Es geht darum, wie wir als Gesellschaft zusammenleben­ wollen, und um Solida­rität mit allen, die Diskriminierung ­ausgesetzt sind. Politik ist auch unsere Aufgabe.

 

Heike Martin, #ausgehetzt – das Bündnis

Wir haben keine Angst vor Menschen, die vor Krieg, Terror und Elend um ihr Leben gelaufen sind. Wir haben Angst um unseren ­Rechtsstaat, wenn unsere eigenen Regierungsvertreter unsere Grundwerte nicht mehr vertreten und an den Grundrechten rütteln. Wer aus der Rechtsprechung Mitgefühl und Barmherzigkeit verbannt, der macht Gesetze zu einem Instrument kalter Machtpolitik. Es gibt keine Gerechtigkeit ohne Mitgefühl und Barmherzigkeit!

 

Monika Hoenen, matteo – Kirche und Asyl

 

Diese Politik der EU und einzelner ihrer Mitglied­staaten,­ Geflüchtete primär als Sicherheitsrisiken­ zu betrachten und wie illegale Eindringlinge, ja „Invasoren“ zu behandeln und „zurückzuschlagen“, verletzt fundamentale und universell geltende Menschenrechte und bricht Völkerrecht.

 

    Rolf Gössner, Internationale Liga für Menschenrechte

 

Zäune und Mauern haben in der Vergangenheit nie auf Dauer dem Druck der Menschen standhalten können, die sich auf der Suche nach einem besseren Leben in Bewegung gesetzt haben. Das wird auch diesmal der Fall sein, sei es an den Grenzen Ungarns, in Ceuta, in Melilla oder wo auch immer noch weitere errichtet werden sollten.

 

Carlos Collado Seidel, PEN Zentrum Deutschland

 

 

Gerade Leute, die jetzt Angst vor Fremden, Überfremdung und Flüchtlingswellen haben, werden Rechte und Werte möglicherweise selbst dringlich benötigen, von denen sie glauben, dass sie Migranten leicht zu verweigern sind. Die Aufgabe dieser gemeinsamen Werte zerstört nämlich auch innerlich die Grundlage europäischer Gesellschaft.

 

Christoph K. Neumann, Institut für den Nahen und Mittleren Osten der LMU München

 

 

 

 

 

 

Es sterben Menschen, die wir retten könnten.

 

Wir sind nicht ohnmächtig, sondern untätig.

 

Lorenz Narku Laing, Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der LMU München

 

 

Gleichgültigkeit ist eine soziale Beziehung – eine Beziehung der Beziehungslosigkeit.

 

Stephan Lessenich, Institut für Soziologie der LMU München

 

 

Wir wollen in einer Zeit leben, in der wir miteinander in Dialog treten und gemeinsam darüber nachdenken, was unser Mensch-Sein und -Bleiben ausmacht. Darüber, was das Beste ist für das Gemeinwohl, um einen aus der Mode gekommenen Begriff zu gebrauchen – und wie man ihm am nächsten kommt. Das Beste für uns Europäer*innen. Und das Beste für die, die nicht das Glück hatten, in Frieden, Stabilität und Wohlstand auf die Welt gekommen zu sein.

 

Kristina Milz und Anja Tuckermann,

 

Herausgeberinnen „Todesursache:­ Flucht“