Guten Morgen,


Auswandern ist für immer mehr Menschen eine Option. Insgesamt verlassen jedes Jahr mehr Zuwanderer als gebürtige Deutsche das Land. Zu den Gründen erfahren Sie mehr in den News und den Terminen.

In Münster startet am Mittwoch die erste eigenständige Fakultät für Islamische Theologie in Deutschland. Auch dazu mehr in den Terminen.

Der Familiennachzug zu vielen Geflüchteten wurde vor einem Jahr ausgesetzt. Nur bei Härtefällen sollte es Ausnahmen geben. Eine Auswertung zeigt jetzt: Nur sehr wenigen solcher Härtefall-Anträge wurde bisher stattgegeben. Wir stellen sie in den Neuerscheinungen vor.
 

Termine auf einen Blick

  • Urteil: Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg
  • Rassismus: Antiziganismus und Medien
  • Aktionswochen: Gegen antimuslimischen Rassismus
  • Pressekonferenz: Neuer Verfassungsschutzbericht
  • Podiumsdiskussion: Perspektiven von Frauen zum Krieg im Sudan
  • Religiöse Vielfalt: Erste eigenständige Fakultät für Islamische Theologie in Münster
  • Kurzbericht: Höhere Auswanderungs-Bereitschaft bei Migranten
  • Vorstellung KI-Tool: Unterstützung bei Hasskommentaren
  • NSU-Terror: Urteil gegen Susann E. erwartet
  • Fachtag: Islamismusprävention
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News

RASSISMUS

4.000 antimuslimische Vorfälle im Jahr 2025

 
Die Organisation Claim hat ihr neues Lagebild vorgestellt. Im vergangenen Jahr zählte sie mehr als 4.000 strafbare und nicht strafbare antimuslimische Vorfälle in Deutschland. Claim geht von einem großen Dunkelfeld aus, Studien zufolge melden Betroffene rassistische Vorfälle meist nicht. Im ersten Quartal 2026 zählte die Polizei vorläufigen Angaben zufolge 104 islamfeindliche Straftaten.
 

AUSWANDERUNG

Mehr Auswanderung von Deutschen – vor allem in die Schweiz

 
Rund 290.00 Deutsche sind letztes Jahr ins Ausland abgewandert – die meisten in die Schweiz, nach Österreich und Spanien. Die Mehrheit geht nur temporär. In der Summe verlassen mehr Deutsche das Land als zurückkehren – letztes Jahr rund 100.000 Personen. Mehr in unserer Übersicht.

JAHRESTAG

20 Jahre Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz

 
Am 29. Juni 2006 beschloss der Bundestag das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Das Gesetz ermöglicht Betroffenen, sich bei Diskriminierung zu beschweren oder vor Gericht zu wehren. Sie haben Anspruch auf Schadensersatz oder eine Entschädigung. Das AGG gilt zwar für das Arbeitsleben und Alltagsgeschäfte, nicht jedoch bei Diskriminierung durch Behörden wie etwa die Polizei. Ein Gesetzesentwurf für punktuelle Änderungen wurde Mitte Juni in erster Lesung im Bundestag beraten. Die geplanten Anpassungen sind laut Recherche des Mediendienst weniger umfassend, als Expert*innen gehofft hatten.
Termine

URTEIL

Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg


Anderthalb Jahre nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt wird am heutigen Freitag am Landgericht Magdeburg das Urteil verkündet. Der mutmaßliche Täter war im Dezember 2024 mit einem Auto über den Weihnachtsmarkt gefahren und hatte sechs Menschen getötet und zahlreiche verletzt.

Fr. / 26.6. / 9:30 Uhr / Magdeburg
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RASSISMUS

Antiziganismus und Medien


Wann berichten Medien über Sinti und Roma? Wie werden sie dargestellt und wer kommt zu Wort? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des zweitägigen Bundeskongresses des Kooperationsverbunds gegen Antiziganismus. Zahlen und Studien zu Berichterstattung über Sinti und Roma auf unserer Website.

Mo.-Di. / 29.-30.6. / ab 14 Uhr / Mainz
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Anmeldung für Journalist*innen per E-Mail

AKTIONSWOCHEN

Gegen antimuslimischen Rassismus


Am 1. Juli ist Tag gegen antimuslimischen Rassismus, in Erinnerung an den Mord an Marwa El-Sherbini 2009 in Dresden. Bis zum 1.7. gibt es bundesweit Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswochen gegen antimuslimischen Rassismus. Am Montag stellt Claim bei einer Fachtagung die neuen Jahreszahlen zu antimuslimischen Vorfällen in Niedersachsen vor.

Mo. / 29.6. / 15-19 Uhr / Hannover
Mi. / 1.7. / Bundesweit
Anmeldung

PRESSEKONFERENZ

Neuer Verfassungsschutzbericht


Am Dienstag erscheint der neue Verfassungsschutzbericht. Er stellt die wichtigsten Trends und Entwicklungen im Bereich des politischen Extremismus dar. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Verfassungsschutzchef Sinan Selen stellen den Bericht in Berlin vor.

Di. / 30.7. / 10 Uhr / Bundespressekonferenz
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PODIUMSDISKUSSION

Perspektiven von Frauen zum Krieg im Sudan


Der mehr als drei Jahre andauernde Krieg im Sudan hat laut UNHCR fast zwölf Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Welche Auswirkungen der Krieg auf Frauen hat und und welche Rolle diese in der humanitären Hilfe und Friedensförderung haben, ist Thema einer Podiumsdiskussion des Flüchtlingsrats Berlin. Eingeladen sind die Aktivistin Shadia Abdelmoneim und die Filmemacherin Salma Abu Samra. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Di. / 30.6. / 17-19 Uhr / Berlin
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RELIGIÖSE VIELFALT

Erste Fakultät für Islamische Theologie in Münster gegründet


Ab 1. Juli 2026 wird es an der Uni Münster die deutschlandweit erste eigenständige Fakultät für Islamische Theologie geben. Bislang sind Islamische Theologie und Islamische Religionspädagogik an zwölf Hochschulstandorten meist in Form von Instituten oder Zentren organisiert. Die Mehrheit der Studierenden der Islamischen Theologie kommt aus Familien ohne akademischen Hintergrund. Mehr dazu auf unserer Website.

Mi. / 1.7. / Münster
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KURZBERICHT

Höhere Auswanderungs-Bereitschaft bei Migranten


Wie viele Migrantinnen und Migranten Deutschland verlassen wollen – dazu gab es bisher wenig Zahlen. Seit letztem Jahr gibt das IAB mit einer jährlichen Online-Befragung erste Einblicke. Am Dienstag stellt das Institut neue Zahlen dazu in der Bundespressekonferenz vor. Mehr zur Auswanderungs-Bereitschaft in unserer Übersicht.

Do. / 2.7. / 10:30 Uhr / Berlin
Mehr

VORSTELLUNG KI-TOOL

Unterstützung bei Hasskommentaren


Was tun, wenn ein Beitrag online beleidigend kommentiert wird? Um zügig auf Hass im Netz reagieren zu können, hat das Projekt Civic.net der Amadeu Antonio Stiftung ein KI-Chat-Tool entwickelt, das im Rahmen eines Workshops vorgestellt wird: „ModSupport 2.0“ gibt Community-Managern und Moderatoren von Online-Foren konkrete Handlungsempfehlungen.

Do. / 2.7. / 10-13 Uhr / Berlin
Mehr und Anmeldung

NSU-TERROR

Urteil gegen Susann E. erwartet


Im bislang letzten Gerichtsprozess zur rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) werden am 3. und 9. Juli die Schlussplädoyers und am 17. Juli ein Urteil erwartet: Am Oberlandesgericht Dresden ist Susann E. wegen mutmaßlicher Unterstützung des NSU angeklagt. Zudem hat der letzte parlamentarische Untersuchungsausschuss zum NSU in Mecklenburg-Vorpommern letzte Woche seine Arbeit beendet. Anfang Juli werden die Empfehlungen und der Abschlussbericht dem Landtag vorgelegt. Hintergründe zum NSU auf unserer Website.

3., 5. + 17.7. / Dresden / Kontakt Pressestelle OLG
1.-3.7. / Schwerin (konkreter Termin wird noch bestimmt) / Kontakt Pressestelle Landtag

FACHTAG

Islamismusprävention


Wie kann über Islamismus gesprochen werden, ohne zu stigmatisieren und ohne zu verharmlosen? Über Herausforderungen der Islamismusprävention diskutieren Expert*innen und Akteur*innen aus Bildung, Jugendhilfe, Präventionsarbeit und Wissenschaft bei diesem Fachtag.

Di. / 7.7. / 9:30-16:30 Uhr / Herne
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Anmeldung bis 3.7.
Neuerscheinungen

ZWISCHENBILANZ

Ein Jahr nach Aussetzung des Familiennachzugs


Seit einem Jahr dürfen Familienangehörige zu Geflüchteten mit subsidiärem Schutz nur noch mit Härtefall-Antrag nachziehen. Der Deutsche Caritasverband und das International Refugee Assistance Project (IRAP) untersuchen in einem Bericht die Folgen der Aussetzung des Familiennachzugs: Demnach wurden in den ersten zehn Monaten sieben Visa über die Härtefallregelung erteilt. Die Regelung droht laut den Autor*innen ins Leere zu laufen, unter anderem aufgrund hoher Hürden und langer Verfahrensdauern. Für die Rechtmäßigkeit der Aussetzung sei sie aber zentral. Die aktuellen Zahlen zum Familiennachzug gibt es in unserer Übersicht.

AUSBEUTUNG

Schutzlücken in der Fachkräfteanwerbung


Die Anwerbung von Arbeitskräften aus dem Ausland ist in den vergangenen Jahren mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz grundsätzlich erleichtert worden. Die Stiftung Wissenschaft und Politik analysiert in einem aktuellen Paper die Risiken für internationale Fachkräfte, in Deutschland in prekären oder ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen zu landen – etwa in der Fleischindustrie, im Bausektor oder in der häuslichen Pflege. Laut den Autorinnen braucht es schon bei der Rekrutierung in den Herkunftsländern Prävention gegen Ausbeutung. So müssten etwa private Vermittlungsagenturen stärker reguliert werden.

Das war unser Newsletter für diese Woche.


Wir hoffen, Sie hatten eine spannende Lektüre und wünschen Ihnen einen schönen – und nicht zu heißen – Tag!
 
Ihr Team vom Mediendienst Integration
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